Kurze Zusammenfassung aus dem FCI-Standard 182 D

Der aus Bayern stammende Schnauzer wurde ursprünglich als Stallhund genutzt. Seine Vorliebe Nagetiere aufzulauern, brachte ihm im Volksmund den Namen Rattler ein. Bei der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Klubs im Jahre 1895 wurde er als rauhhaariger Pinscher geführt. Der Schnauzer ist mittelgross, kräftig, eher gedrungen als schlank, und rauhhaarig, die Farbe rein schwarz oder pfeffersalz. Typische Wesenszüge sind sein lebhaftes Temperament, sein gutartiger Charakter, seine Spiellust und die sprichwörtliche Anhänglichkeit an seinen Herrn. Er ist kinderlieb, unbestechlich, wachsam und dennoch kein Kläffer. Hoch entwickelte Sinnesorgane, Klugheit, Ausbildungsfähigkeit, Unerschrockenheit, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit gegen Witterung und Krankheiten geben dem Schnauzer alle Voraussetzungen für einen hervorragenden Familien-, Wach- und Begleithund, der auch Gebrauchshundeeigenschaften besitzt. Die Widerristhöhe liegt bei Rüden und Hündinnen zwischen 45-50 cm, das Körpergewicht bei ca. 14 bis 20 kg.

Eigenschaften

So ist ein Schnauzer:
Schnauzer sind richtige Haushunde. Sie sind sehr familienverbunden, fröhlich, schlitzohrig, gutmütig, nie langweilig, haben eine große Ausdauer und eine zarte Seele. Konsequenz ist wichtig, Härte nehmen sie übel. Schnauzer eignen sich für Leute, die einen wachsamen, verläßlichen Hund suchen, die nicht den absoluten Gehorsam verlangen, die sportlich oder zumindest bewegungsfreudig sind, beste Nerven haben, immer für eine Überraschung gut sind, Humor haben und eng mit einem Hund zusammenleben wollen. Schnauzer können in jeder Wohnung gehalten werden, weil sie nicht unnütz bellen (gilt nicht für Zwerge). Schnauzerfreunde wünschen diesem Hund aber ein Haus mit Garten. Trotzdem braucht er noch interessanten Auslauf, Garten allein ist langweilig. Überhaupt liebt der Schnauzer die Abwechslung. Egal wo es hingeht oder was passiert – Hauptsache er kann mit. Trotz seiner Dickköpfigkeit ist der Schnauzer, wenn er mit Geduld und Konsequenz erzogen wird, ein gehorsamer Begleiter. Allerdings überlegt er lange und wägt ab – man sieht es ihm richtig an – ob er einem Befehl folgt. Wollen Sie einen Klasse-Wachhund haben, der sich durch nichts einschüchtern läßt, dann seien Sie von Anfang an konsequent in der Erziehung des Kleinen.
Schnauzer sind schlaue Kerle, die jede Schwäche beim menschlichen „Alttier“ sofort erkennen und jede Nachgiebigkeit für sich ausnutzen. Es gibt genug Schnauzerbesitzer, die erst über die Streiche ihres Junghundes gelacht haben, aber heute nur noch leise seufzen können. Schnauzer sind Fremdem gegenüber erst einmal misstrauisch. Dieses Misstrauen darf der Halter nicht verstärken. Sonst hat er keinen mutigen, aber umgänglichen Wachhund, sondern einen scharfen, Da er hinter allem, was sich bewegt, herfegen muß, bleiben auch Radfahrer und Jogger nicht verschont. Man sollte schon dem jungen Hund sagen, wo es lang geht und was nicht gewünscht wird. Der Schnauzer beobachtet sehr scharf und nutzt seinen Vorteil schamlos aus, wenn er seinen Menschen bei einer Schwäche ertappt. Er erzieht mit großer Geduld und Energie seine Besitzer und die ganze Familie !!!
Der Schnauzer muss in der Familie sein. Man darf ihn niemals aussperren, da er sich mehr als andere Hunde an eine Person anlehnt. Schnauzerleute müssen in den ausgefallensten Situationen ihren Humor behalten und auch etliche „Witzchen“ durchgehen lassen – man kann ihm ja zeigen, daß man sie bemerkt hat. Wichtig ist, daß der Schnauzer schon sehr früh viel Kontakt zu anderen Hunden bekommt, sonst wird er leicht pampig und brummelig. Er ist von Natur aus ein mehr oder weniger großer Raufbold mit einem prächtigen Gebiß. Er ist eine geborene Kämpfernatur. Nachgeben und vorsichtig sein, das sind in seinem Sprachschatz Fremdwörter. Deshalb – schon so früh wie möglich viel, viel Kontakt zu Artgenossen ermöglichen. Wollen sie sich ein Schnauzerbaby kaufen, damit sie später einmal einen vielleicht sogar schneidigen Kämpfer im Haus; und jeder Kurzbesuch von Postbote oder Gasmann wird zum Nervenkrieg.
Schnauzer akzeptieren alles das als ihr Haus und Heim, wo ihre Leute sind und ihre Schlafdecke. Sie spielen gerne den Wächter in einem Campingwagen an der überfüllten Costa Brava. Man muß sie nicht zu Hause lassen, wenn man in Urlaub fährt. Im Gegenteil. Nichts ist für den Schnauzer schöner, als mit seinem Rudel zusammen Land und Leute zu erkunden.


Fazit

Schnauzer sind temperamentvolle, mutige Wächter. Sie brauchen eine feste, aber freundliche Hand, einen Herrn mit einem gelassenen Gemüt, der aber genau weiß, was er will und was er nicht will. Wer meint, im Leben auch ohne feste Prinzipien auskommen zu können, der sollte sich keinen Schnauzer ins Haus holen. Der Hund bringt ihm sonst seine eigenen Prinzipien bei. Ein Schnauzer ist eine Persönlichkeit, aber man darf ihn niemals vermenschlichen. (Nach Gudrun Beckmann, bearbeitet von "Rita Hoppe"

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